Sep
05
2011
Der Preis für die Milliarden
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In der Jahrespressekonferenz am Anfang des Jahres ließ Herr Ackermann verlauten, dass es gelte 10 Mrd. operativen Vorsteuergewinn einzufahren. Eine Information, die jeden Aktionär das Freudenwasser in die Augen treibt. Shareholder-Value um jeden Preis lautet die Devise.
Am 02.09.2011 kann man in der Financial Times Deutschlands (www.ftd.de) lesen, dass Herr Ackermann Sparpläne hat. Er will sich wappnen, damit auch ja die 10 Mrd. Euro operativer Vorsteuergewinn nicht gefährdet werden. So kündigt er an, Kosteneinsparungen in der Belegschaft zu realisieren – bis zu 2 Mrd. will er so wegsparen. Und in welchem Bereich? Primär im Bereich Investmentbanking, aber dieser, so Ackermann am Anfang des Jahres, soll 7,5 Mrd. von den 10 Mrd. allein verdienen. Wie das geht, liest sich in der Präsentation der Deutschen Bank so:
„Optimieren, Vernetzen, Wachsen“ – ganz einfach. Goldene Regel sozusagen – Personal kürzen, besseres Cross-Selling (also den Kunden so richtig „ausschöpfen“) und das Produktangebot verbessern (noch komplexer, noch gefährlicher).
Nun stellt sich dem geneigten Leser die Frage: Welche Auswirkungen hat das? Weniger Personal – gleiche Gewinnerwartungen – schwierigere wirtschaftliche Gesamtsituation … Wird es dazu kommen, dass auf noch aggressivere Art und Weise noch komplexere und riskantere Finanzprodukte auf den Markt kommen? Das Geld muss ja irgendwoher kommen – die Deutsche Bank produziert ja keine Reifen oder Porzellankopfpüppchen, die dann verkauft werden. Die Deutsche Bank verkauft Risiken, die sie selbst durch Kreation produziert. Das Gute für die Bank: Sie kennt die Formel – weiß um das Wirken der Kräfte des Marktes auf spekulative Finanzderivate (einem wesentlichen Bestandteil des Investmentbanking). Wer es nicht weiß und häufig nicht ausreichend aufgeklärt wird, sind die Investoren, die schnell erkennen müssen, dass sie Geschädigte sind. Da schiebt sich dann der lange Schatten des Investmentbanking wie eine Wolke vor einen als sonnendurchflutet verkauften Himmel. Der Schatten ist so lang, dass die Verluste zum Teil ruinös sind und weit über dem Totalverlust wuchern.
Fazit ist – gerade auch mit der Machtübergabe an Anshu Jain (Mai 2012) ist davon auszugehen, dass es eben nicht zu einer Humanisierung im Geschäft der Deutschen Bank kommt, sondern die Kreativität bei den Bankern zunimmt – oder besser: zunehmen muss. Denn eines wird das Ziel von Jain werden: raus aus dem Vergleich mit Ackermann und eigene Geschichte schreiben.
Es ist jedem Kunden – insbesondere denen mit Vermögen – zu raten, äußerst sensibel die Angebote seiner Bank zu prüfen. Eine wundersame Geldvermehrung gibt es eben nicht.
Die Deutsche Bank hat mit Stand vom 31.12.2010 – allein von „vermögenden Kunden“ (die Definition liegt hier nicht vor, wer als vermögend zählt) – 123 Mrd. Euro verwaltet.
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