Aug
01
2011
Die „Regenmacher“ – die Renaissance der spekulativen Finanzderivate
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Seit einer Woche ist die Meldung raus: Anshu Jain (48) ist Teil der Doppelspitze der Deutschen Bank. Zusammen mit Jürgen Fitchen (63) wird er sich ab Mai 2012 um die Gewinnmaximierung der Bank kümmern.
In der Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank am Anfang des Jahres hatte Vorstandschef Josef Ackermann einen Vorsteuergewinn von zehn Milliarden Euro als Ziel für das Jahr 2011 erklärt. Nach den ersten beiden Quartalberichten liegt die Deutsche Bank mit einem Vorsteuergewinn auf Kurs, auch wenn das zweite Quartal schlechter abschnitt als gedacht. Den Löwenanteil an den Gewinnen der Bank soll dabei das Investmentbanking bringen. Und da wo einer verdient, da muss ein anderer zahlen.
Jain ist Investmentbanker – ein risikofreudiger, ja geradezu aggressiver Investmentbanker. Er und seine Mannen strukturieren hoch komplexe Finanzderivate und verkaufen diese in Massen. Dabei wirken die einstrukturierten Hebel häufig wie Brandbeschleuniger und erzeugen bei Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen teils irreversible finanzielle Schäden.
Die Verkaufsmethodik ist häufig geprägt von einer gewissen Aggressivität gepaart mit einem Vertrauensmissbrauch.
So verkaufte die Deutsche Bank seit dem Jahr 2005 beispielsweise vermehrt den sog. Spread Ladder Swap. Die Deutsche Bank lockte mit dem Argument der „Zinsoptimierung“. Dass das Produkt, insbesondere im kommunalen Bereich, völlig ungeeignet war, interessierte nicht. Auch vor dem Spekulationsverbot hielt man fest die Augen zu und vermittelte gar, dass ein Engagement ein klares Zeichen für modernes Zinsmanagement sei.
Lt. Aussage der Deutschen Bank wurde dieses einzelne Produkt mehr als 700 Mal verkauft. Der Schaden beläuft sich nach Schätzungen auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Ein erstes Bundesgerichtsurteil vom März 2011 verurteilte die Bank vollumfänglich. Sie musste an einen Mittelständler Schadensersatz in voller Höhe zahlen.
Jetzt wo Anshu Jain noch mehr Entscheidungskompetenz übertragen bekommt, ist davon auszugehen, dass hochkomplexe Derivate den Markt überschwemmen, deren Risiken für die Bank begrenzt, für den Kunden allerdings häufig ohne jede Begrenzung sind. Wir warnen vor Produkten, deren Komplexität nicht begreifbar ist.
Ob die Deutsche Bank ein Fels in der Brandung ist, oder ein Eisberg, den man dringend umschiffen sollte, bleibt die Frage.
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