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Currency Related Swaps

Currency Related Swaps - Bis heute Schäden in Millionenhöhe

Zu Currency Related Swaps: In den Jahren 2005 bis 2008 ist die UniCredit Bank AG systematisch an solvente mittelständische Unternehmen herangetreten, um diesen als Swaps (dt. Tausch) getarnte hochriskante Optionsgeschäfte Currency Related Swaps anzubieten. Diese Geschäfte verursachen bis heute Schäden in Millionenhöhe.

Der Schwerpunkt dieses Vorgehens lag in Bayern. Die Verkaufsgespräche liefen dabei oft nach dem gleichen Schema ab.

Die Kundenbetreuer der UniCredit wandten sich an die betroffenen Unternehmen, die teilweise seit Jahrzehnten Kunden der UniCredit und deren Vorgängerinnen waren, und fungierten als „Türöffner“ für sogenannte Spezialberater der Bank. Den Kundenberatern waren die wirtschaftlichen Verhältnisse der Unternehmen bestens bekannt und hatten ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Entscheidern.

 

Die Spezialberater boten den Unternehmen dann angebliche Zinsoptimierungen für die bestehenden Darlehensportfolien an. Unter dem Deckmantel der Verbilligung von Darlehenszinsen wurde den Kunden dann der Abschluss sog. Currency Related Swaps empfohlen. Bei diesen Swaps sollten die Kunden halbjährlich einen festen Zinsbetrag von der UniCredit erhalten, soweit der Wechselkurs CHF/EUR über einer bestimmten Marke lag.

 

Fällt der Wechselkurs dagegen unter die festgelegte Marke muss der Kunde nach einer komplexen Formel Zahlungen an die UniCredit leisten. Die Spezialberater ließen die Kunden dabei in dem Glauben, dass die Wechselkursbarriere während der meist zehnjährigen Laufzeit nicht durchbrechen werde. Falls die Barriere dennoch gerissen würde, so wurde die dann eintretende Zahlungspflicht nur sehr verharmlosend dargestellt. Tatsächlich birgt der Currency Related Swap ein unbegrenztes Verlustrisiko, dass auch für solvente Unternehmen ruinös sein kann. Während die Unternehmen auf die Aussage der Berater vertrauten, dass der Wechselkurs konstant über der Barriere bleibt, rechnete der Interbankenmarkt tatsächlich damit, dass die Barriere über die Laufzeit gerissen wird und der Swap zu ungunsten des Kunden verlaufen wird.

 

Dieses erhöhte Risiko des Kunden wurde von der Unicredit in die Zinsformel des Currency Related Swap einstrukturiert. Damit wies der Currency Related Swap einen sog. anfänglichen negativen Marktwert auf. Dieser ist Gradmesser für eine unfaire Chancen-Risiko-Verteilung des Swaps.

 

Der Bundesgerichtshof hat in seiner Grundsatzentscheidung zu Aufklärungspflichten bei Swapverträgen vom 22.03.2011 (Az. XI ZR 33/10) entschieden, dass die beratende Bank über Bestehen und Höhe dieses anfänglichen negativen Marktwerts und damit einer unfairen Chancen-Risiko-Verteilung ungefragt aufklären muss.

Der BGH hat in diesem Umstand einen schwerwiegenden Interessenkonflikt der beratenden Bank gesehen.

 

Mittlerweile wurden die UniCredit aber auch andere Banken die vergleichbare Swapkonstruktionen empfohlen haben in zahlreichen Urteilen zu Schadensersatz verurteilt. Die Banken müssen dabei die erhaltenen Zahlungen zurückgewähren und können aus den teilweise noch laufenden Swapverträgen keine Zahlungen mehr verlangen.

 

Aufgrund der bewussten Einstrukturierung und der Verschiebung des Chancen-Risiko-Profils zu Lasten der Kunden ist auch von einer vorsätzlichen Falschberatung der Banken auszugehen, so dass auch heute noch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Die Banken wussten genau, dass sie sich mit dem Angebot des Currency Related Swaps in einem schweren Interessenkonflikt gegenüber ihren Kunden befanden. Der von den Banken regelmäßig erhobene Einwand der Verjährung greift aber bei Vorsatz gerade nicht.

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