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Margin Calls in der Corona-Krise

Schadensersatzansprüche bei Glattstellung von Depots jetzt prüfen!

Margin Calls und vorzeitige Glattstellungen haben zu erheblichen Schäden in den letzten Tagen geführt. Es kommen Schadensersatzansprüche wegen Vertragsverletzung in Betracht.

Die Anfragen von geschädigten Anlegern wegen zwangsweiser Liquidierung ihrer Handelsdepots häufen sich. Nach dem Corona-bedingten Crash an den Börsen erhielten viele Anleger, darunter namhafte institutionelle Großanleger, Anrufe ihrer Depotbanken zur Nachbesicherung ihrer Positionen (Margin Call). Betroffen waren insbesondere Stillhaltergeschäfte. Wer nicht zeitnah Sicherheiten nachschießen konnte, dem wurde das Portfolio von der Bank rigoros geschlossen. Hier könnten erhebliche Schadensersatzansprüche auf die Banken zukommen.

 

Die üblichen Sonderbedingungen für Termingeschäfte sehen unter Ziffer 9  vor, dass die Bank verlangen kann, dass der Kunde bei ihr Vermögenswerte unterhält, die ihr im Rahmen des AGB-Pfandrechtes und sonstiger Sicherheiten zugleich als  Sicherheit für alle Ansprüche aus den Geschäften dienen. Sicherheiten müssen jeweils in der Höhe bestellt werden, die die Bank nach ihrer Einschätzung der Zins-, Kurs- und Preisänderungsrisiken (Verlustrisiken) aus den Geschäften mit dem Kunden für erforderlich hält. Ändert sich die Risikoeinschätzung oder der Wert der vorhandenen Vermögenswerte, so kann die Bank jederzeit innerhalb angemessener Frist, die im Hinblick auf die Besonderheiten der Geschäfte sehr kurz, gegebenenfalls auch nach Stunden, bemessen sein kann, verlangen, dass der Kunde weitere Vermögenswerte als Sicherheit stellt bzw. für bislang unbesicherte Risiken erstmals Sicherheiten stellt.

 

Ziffer 10 der Sonderbedingungen regelt sodann die zwangsweise Glattstellung. Verlangt die Bank zusätzliche Sicherheiten und werden diese innerhalb der von ihr gesetzten Frist nicht gestellt oder wird die Stellung zusätzlicher Sicherheiten abgelehnt, so kann die Bank – sofern sie dies angedroht hat – die den offenen Positionen zugrundeliegenden Geschäfte und Auftragsverhältnisse ohne Fristsetzung ganz oder teilweise beenden bzw. die aus solchen Geschäften resultierenden offenen Positionen ganz oder teilweise durch ein Gegengeschäft glattstellen. Das gleiche gilt, wenn der Kunde seiner Verpflichtung zum Ausgleich von vorläufigen Verlusten, die sich aus der täglichen Bewertung der Geschäfte ergeben, nicht nachkommt.

 

Die Bedingungen für Termingeschäfte sehen demnach bestimmte Prüfungs- und Notifikationspflichten der Kreditinstitute vor. In zahlreichen Fällen wurden diese Pflichten in den vergangenen Krisentagen massiv verletzt. Kunden erhielten Margin Calls in zum Teil abwegiger Höhe und mit unangemessenen Zeitvorgaben. Teilweise wurden überhaupt keine Werte mitgeteilt. In einigen Fällen war auch die Glattstellung selbst fehlerhaft. Zudem wurden häufig Treue- und Rücksichtnahmepflichten verletzt. Die Schadensberechnung ist allerdings oftmals komplex und bedarf in der Regel finanzwissenschaftlicher Expertise.

 

ROESSNER Rechtsanwälte ist seit über 30 Jahren im Bank- und Kapitalmarktrecht tätig und vertritt dabei ausschließlich die Interessen geschädigter Anleger, Unternehmen und Kommunen.

 

ROESSNER.

RA Dr. Franz-Josef Lederer, LL.M.

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Redwitzstr. 4, 81925 München

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